Das RKI galt während der Pandemie quasi als der heilige Gral der Wissenschaft, eine unabhängige Behörde, welche die Grundlage für die einschneidenden Massnahmen lieferte. Die ganzen Corona-Gerichtsentscheide fussten auf dessen vorgeblich unabhängigen Empfehlungen. Aus den geleakten RKI-Protokollen geht nun jedoch hervor, dass sich das RKI politischen Forderungen untergeordnet hat. Müsste die ganze Rechtsprechung neu aufgerollt werden?
Warum ist die Pandemiekommission Anfang 2020 plötzlich zurückgetreten, als sie am meisten gebraucht wurde und warum überlies sie das Feld der ominösen Swiss National Covid-19 Science Task Force, die weder rechenschaftspflichtig noch demokratisch legitimiert war?
Aya Velázquez beleuchtet die geleakten RKI-Protokolleinträge vom März 2020, die zur Hochstufung der Pandemie in Deutschland und schlussendlich zu einschneidenden Massnahmen geführt haben.
Die geleakten Protokolle (RKI-Files) des Robert Koch-Instituts in Deutschland brachten zutage, dass die Politik der Wissenschaft nicht gefolgt ist. Die Schweiz hat sich massgeblich an Deutschland orientiert, seit dem RKI-Leak ist diese wissenschaftliche Grundlage jedoch weggefallen. Was bedeutet das nun für die Schweiz?
Jakob Hayner erklärt im Gespräch mit Cédric Wermuth kurz und knapp die historische Entwicklung des Biosicherheitskomplexes und seine Auswirkungen auf heutige politische Entscheidungen.
Schutz der Bevölkerung vor Profitinteressen oder Unterordnung unter die Erfordernisse der Kapitalakkumulation? Linksbündig diskutiert mit den beiden Gästen die gesellschaftstheoretischen Hintergründe, die zu den nahezu entgegengesetzten Interpretationen der Corona-Politik innerhalb der Linken führten.
SP Co-Präsident Cédric Wermuth im Gespräch mit Jakob Hayner, Journalist Die Welt
Infektiologe Pietro Vernazza im Gespräch mit Daniel Koch, ehem. Leiter der Abteilung „Übertragbare Krankheiten“ beim BAG. Wie sehen die zwei führenden Schweizer Spezialisten für Pandemiebewältigung die im Schnelltempo entwickelte und weltweit verabreichte Impfung rückblickend? Wie beurteilen sie die Medienberichterstattung während und nach der Krise? Was können wir aus dieser Vergangenheit lernen? Linksbündig befragt zwei Experten mit ausgewiesener praktischer Erfahrung.
Impfung und Medienberichterstattung
Wir leben in einer gesellschaftlichen Situation, in der in besorgniserregender Weise zunehmend nur noch eine Meinung toleriert wird. Die Politologin Ulrike Guérot widersetzt sich mit ihren differenzierten Analysen diesem Diktat. Linksbündig will von ihr wissen, wie sie diese Verengungen einordnet, woher die demokratiefeindlichen Tendenzen stammen, wie das Management eines krisengeschüttelten Kapitalismus darin involviert ist und warum uns ein anderes Europa aus dieser Enge herausführen könnte.